NPD reklamiert den Aufmarsch als Erfolg und bedankt sich bei der Polizei

Objektiv betrachtet kann der von NPD, JN und „freien Kräften“ organisierte Aufmarsch am 16.7. in Gießen wohl kaum als Erfolg für die Neonazis gewertet werden. Letztlich gefolgt sind der Mobilisierung, die bereits ein halbes Jahr zuvor begann, nur 132 Rechte. Sichtlich enttäuscht bemerkte dies auch Jörg Krebs, Vorsitzender der hessischen NPD. Mit den Worten: „Wir hätten uns heute sicher alle ein paar mehr Kameradinnen und Kameraden hier gewünscht, insbesondere angesichts der Tatsache der langen Mobilisierung“, begrüßte er am 16.7. die angereisten Neonazis.

Da jedoch Neonazis jedes Marschieren – und sei es in abgelegenen Straßen mit noch so geringer Teilnehmerzahl – nicht nur propagandistisch zum Erfolg erheben, sondern dies auch intern so wahrnehmen, wird der Neonaziaufmarsch in Gießen nun zu einem solchen Erfolg umgedeutet. „Und wir kamen doch durch!“, heißt es nun auf den hessischen NPD-Seiten. Gemessen wird der Erfolg daran, dass es gelang, „ausgerechnet in jener Stadt völlig störungsfrei zu marschieren, welche der organisierte kriminelle Linksfaschismus als ’sein‘ Territorium ansieht“.

Aber die NPD weiß auch genau, wem sie diesen „störungsfreien“ Ablauf zu verdanken hat. So richtet die NPD ein „großes Dankeschön an die Polizeieinsatzkräfte, sowie deren Führung, die eine vorbildliche Kooperationsbereitschaft im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Gießens zeigten“. Auf die Ausmaße dieser Kooperationsbereitschaft, die sich auch in der Narrenfreiheit der Rechten zeigte, hatten wir bereits hingewiesen.

Den Ausnahmezustand, den die Polizei über Gießen verhängte, dokumentiert sehr gut ein Video des Jugendnetzes Wetzlar. Gleichzeitig zeigt das Video jedoch auch, dass es trotz des massiven Polizeiaufgebotes zu kraftvollen Protesten gegen die Neonazis kam:

Das Video „Gießen wehrt sich“

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