Einschätzungen zum Neonaziaufmarsch bestätigen sich

Bereits im Februar äußerte das Bündnis Gießener AntifaschistInnenn die Vermutung, die Neonazidemonstration solle als Event für die gewaltbereiten „Freien Kräfte“ dienen (siehe hier) und könnte zu einer Stärkung der regionalen Neonaiszene führen. Nun kurz vor dem Aufmarsch scheint sich diese Einschätzung zu bestätigen. Die eigentlichen Initiatoren, die NPD und ihre Jugendorganisation JN, haben die Mobilisierung fast gänzlich eingestellt. Hessische sogenannte „Freie Kräfte“ machen hingegen mit Drohungen, Gewaltaktionen und mit „Propagandalügen“ auf sich aufmerksam.

NPD stellt die Mobilisierung ein
Auf den hessischen NPD-Seiten und der Internetseite der JN ist schon lange nichts Neues über die vermeintliche „bundesweite Großdemonstration“ zu erfahren. Einige Kreisverbände werben nichtmal mehr mit einem Banner auf ihrer Seite. Stattdessen werden die Drohungen der regionalen Neonaziszene immer lauter. Über den Aufruf der „Anti-Antifa Wetzlar“, das Kulturzentrum AK44 anzugreifen, hatten wir bereits berichtet (siehe hier). Auf Facebook kündigen nun andere Neonazis an, Gießen am 16.7. „säubern“ zu wollen.

Aufmerksamkeit durch Gewalt
In Frankfurt am Main versuchen nun die „Nationalen Sozialisten Rhein/Main“ (NSRM) durch Gewalttaten auf sich aufmerksam zu machen. Drei junge Menschen, die auf der Berger Straße Mobilisierungsplakate von „Giessen bleibt Nazifrei“ aufhängten, wurden am Abend des 5.7. zunächst von zwei Neonazis verfolgt und dann mit Pfefferspray angegriffen. Durch Personenüberschneidungen der NSRM mit dem sogenanntne „Freien Netz Hessen“ gehören die Gewalttäter zu jenen Gruppen, die zu der Neonazidemonstration in Gießen aufrufen.

Propagandalügen des Manuel M.
Flankiert werden solcherlei Drohungen und Gewaltaktionen durch zahlreiche erfundene Internetpostings des bekannten Neonazis Manuel M. Dieser besitzt innerhalb der Neonazisszene eigentlich einen schlechten Ruf, da er sich unter anderem selbst zum Sprecher der „Autonomen Nationalisten“ ernannte und vor Gericht gegen ehemalige „Kameraden“ aussagte. Zuletzt trat Manuel mit Kleinsdemonstrationen in und um Marburg in Erscheinung. Bei einer erschien er völlig alleine (siehe hier) und bei der Letzten kamen ganze sieben TeilnehmerInnen (siehe hier). Im Zuge des geplanten Neonaziaufmarsches wittert er nun jedoch Morgenluft. Was ihm an Aktionsfähigkeit fehlt, gleicht er durch das kreative Erfinden von Postings über vermeintliche „Mobilisierungsaktionen“ aus. Breitspurig schwadroniert er etwa über „hunderte Aufkleber“, die in Marburg und Gießen aufgetaucht seien. Viel heiße Luft, jedoch mit dem Ziel Aktionsfähigkeit vorzugaukeln um so zahlreiche Neonazis nach Gießen zu locken.

Häme über das verschobene Fest der Eritreer
Dass eine Veranstaltung der in Europa lebenden Eritreer einem Neonaziaufmarsch weichen muss, betrachten wir ohnehin als Skandal. In dem Neonaziforum „altermedia“ heißt es dazu: „Etwas zum Schmunzeln: Negerfestial in Gießen wegen NPD-Demo verschoben.“ Die Stadt entscheidet sich gegen ein Verbot der NPD-Demonstration und freut sich später, dass das Fest der Eritreer verschoben wurde (siehe hier). Verkehrte Welt im hessischen Gießen. Ohne aufmarschieren zu müssen schaffen die Neonazis eine sogenannte „No-Go-Area“.

Diese Entwicklungen bestärken uns in unserer Entscheidung, den Neonazis mit breiten Massenblockaden entgegen zu treten.
Gießen bleibt Nazifrei!

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